Teures Sozialsystem

Der demografische Wandel bringt nicht nur Vorteile durch ein längeres und meist auch gesünderes Leben. In einer aktuellen Studie zeigt die Bertelsmann Stiftung, dass vor allem die jüngere Generation mit Geburtsjahren nach 2000 überproportional in unsere Sozialsysteme einzahlen wird, um das aktuelle Leistungsniveau erhalten zu können.

Gemäß der Bertelsmann-Untersuchung werden 2010 Geborene während ihres Arbeitslebens ca. 171.000 Euro mehr Sozialbeiträge zahlen müssen, um die gleichen Leistungen zu erhalten wie die Vorgängergeneration. Aber wird sie das auch wollen?

Die Staatsausgaben für soziale Leistungen werden sich bis 2045 nahezu verdoppeln, auf unfassbare 1,6 Billionen Euro jährlich. Durch die Umlagesysteme in unseren Sozialversicherungen hat immer die jüngere Generation (Arbeitnehmer) den Großteil zu leisten. Die von der Bertelsmann-Stiftung beauftragte Universität Bochum hat berechnet, dass die Sozialversicherungsbeiträge auf mehr als über 50 Prozent der beitragspflichtigen Einkommen (Bruttoarbeitsentgelt) steigen werden. Heute sind knapp 20% fällig, paritätisch finanziert durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Da Menschen immer älter werden, steigen auch die Leistungsausgaben in den einzelnen Sozialversicherungszweigen: Rente muss länger gezahlt werden, Gesundheitskosten explodieren, Pflege muss finanziert werden. Heute finanzieren 100 Arbeitnehmer die Rente von 33 Personen, gemäß Studie werden es 2035 bereits 50 Rentenbezieher sein.

Konkret in Zahlen

Was bedeuten die Ergebnisse der Studie für die junge Generation? Die Bertelsmann-Studie zeigt, dass ein im Jahr 2010 geborener Durchschnittsverdiener im Vergleich zu einem 1970 Geborenen mit identischem Brutto-Lebenseinkommen im Verlauf seines Erwerbslebens etwa 171.000 Euro mehr Sozialbeiträge zahlen wird müssen, um die gleichen Leistungen zu beziehen bzw. beziehen zu können. Die gesamten Sozialbeiträge dieses Erwerbslebens würden damit von durchschnittlich rund 570.000 Euro (Jahrgang 1970) auf 741.000 Euro (Jahrgang 2010) steigen.

Was ist zu tun?

Um den Lebensstandard - aber auch das Sicherungsniveau der Sozialversicherung für alle zu erhalten ist eine Vielzahl von Maßnahmen notwendig

•    Geburtenanstieg
•    moderate Zuwanderung von Menschen, die in den Arbeitsmarkt integriert werden können
•    höheres Beschäftigungsniveau
•    höheres Arbeitsvolumen
•    Erhöhung der Regelaltersgrenze, die sich an der steigenden Lebenserwartung orientiert (um die Rentendauer möglichst konstant zu halten)

Was muss jeder Einzelne tun

Die privaten Versicherer bieten eine Vielzahl von Absicherungsmöglichkeiten, die individuell genutzt werden können. In vielen Fällen fördert auch der Staat die private Vorsorge:

•    Durch die Absenkung der Bruttoversorgung leistet die Gesetzliche Rentenversicherung nur noch rund 40% des Bruttoeinkommens. Die dadurch entstandene Versorgungslücke kann mit betrieblicher Versorgung (bAV) oder der Riester-Rente weitestgehend geschlossen werden. Je nach individueller Situation können eines der beiden Modelle oder auch beide Modelle gemeinsam zielführend genutzt werden.

•    Die Gesetzliche Krankenversicherung schränkt ihr Leistungsniveau immer weiter ein. So wurden bspw. in den 1970er Jahren Zahnersatzmaßnahmen noch vollständig geleistet. Heute liegt das Leistungsniveau bei hochwertigen Maßnahmen bei unter 30%. Hier besteht die Möglichkeit, zielgenau Ergänzungstarife zu nutzen. Viel wichtiger ist zudem eine umfassende Absicherung für den Fall eines Krankenhausaufenthaltes. Denn ohne Zusatzabsicherung wird ein gesetzlich Krankenversicherter lediglich im nächst verfügbaren Versorgungskrankenhaus behandelt.  

•    Pflege trifft (fast) jede(n)! Vor allem aber Frauen. Durch die Ausweitung der Pflegeleistungen wird ein Großteil der Finanzierung auf die Folgegenerationen "verschoben", hier ist eine vorsorgende private Absicherung sehr viel generationengerechter. Das war schon bei der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1996 unbestritten. Trotzdem wählte der Gesetzgeber das Umlageverfahren. Die Beiträge haben sich seitdem drastisch erhöht: der Beitragssatz stieg von 1% des Bruttoeinkommens auf 3,05%, der Höchstbeitrag stieg 285% (von 29,91 EUR auf 123,90 EUR für Kinderlose). Mit einer dynamischen Pflegeabsicherung, die sich schrittweise an Ihren individuellen Bedarf anpasst, können Sie schon heute einen ersten Absicherungsschritt gehen. Denn Pflegeabsicherung ist zuerst Vermögenssicherung!

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Grafik: Bertelsmann-Stiftung

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